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 - Kolomon Moore

 

Die außergewöhnlichen Werke, die wir präsentieren, stammen von einem Künstler, über den kaum etwas bekannt ist. Weil wir über das Leben von Kolomon nur wenig wissen, bestehen bezüglich der Chronologie und der Zuordnung einige Unsicherheiten. Man nimmt an, dass er der Sohn eines Juden aus Triest war, und in einigen Arbeiten (die nicht gezeigt werden) ist der Bezug auf das Drama der “Shoah” offensichtlich. Der größte Teil seines recht umfangreichen Werkes datiert aus den 30er-Jahren, allerdings ist nicht auszuschließen, dass seine Schaffensperiode auch danach noch Jahrzehnte anhielt. Seine Motive sind dem Alltag entlehnt, den er mit dem scharfen, analytischen Blick des Künstlers erfasst. Mehrfach sind seine Zeichnungen, die sich vom Paris der 30er-Jahre inspirieren lassen, von Gedichten der verdammten Poeten begleitet. Fast erinnern sie an Szenen aus den Folies Bergères und den Cafés-chantants. Unmöglich, sich dem Zauber seines sicheren, unverwechselbaren Striches zu entziehen, den er rasch und ohne Korrekturen ausführt. Im Vordergrund seiner Werke stehen Männer und Frauen mit herben, fliehenden Gesichtszügen, die uns in Szenen eines oft leidensvollen Lebens entführen. Beeindruckend seine Fähigkeit, nackte Frauenkörper in häufig obszönen Posen darzustellen. Er bevorzugt rote Farbstriche, die äußerst kühn aus dem Gesamtbild hervorstechen und die er mehrfach benutzt, um bestimmte Einzelheiten hervorzuheben. Immer spielt auch eine erotische Komponente mit in den weiblichen Motiven, die zuweilen unproportioniert und kantig dargestellt sind. Die zeichnerische Gestaltung der Körper enthüllt das Beunruhigende des Irrationalen und stellt auch die anstößigsten und merkwürdigsten Gespenster von Kolomons Obsessionen bloß. Aufrichtig offenbart uns hier ein Künstler, was ihn aufwühlt und begeistert. Auch als Karikaturist beweist er Kunstfertigkeit und Geschick in ungemein lebhaften Skizzen und Entwürfen. Die Künstlerkarriere Kolomons ist mit einer Vielzahl von erotischen Anklängen gespickt, doch ist das Genre entschieden figurativ. Meist zeichnet er mit schwarzer Fettkreide auf biskuitfarbenen Karton. Der größte Teil der Blätter misst etwa 35x50 cm, einige 25x34 cm. Er signiert mit den großen Druckbuchstaben “Kolomon M.” und setzt als weiteres Unterscheidungsmerkmal Flaschen und Gläser neben seinen Namen. Auch ein Stempel mit blauer Farbe fehlt in keinem Fall.
 

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